Der lange Weg zum Restaurant Café "Chagall" mit Vinothek und Weinladen

Viel Wasser ist die Werse entlang geflossen, seit hier im ersten Haus Ahlener Bürger lebten und arbeiteten. Das Vorgänger-Gebäude wurde jedoch leider im Jahre 1850 ein Opfer der Flammen. Im gleichen Stil wurde es kurze Zeit später neuerrichtet. So ist das "Chagall" in einem denkmalgeschützten Haus entstanden, welches die Architektur eines Querdeelenhauses des 18. Jahrhunderts repräsentiert. Zunächst wurde es als Ackerbürgerhaus genutzt. Das heißt es war in einen Wohn- und einen Stall- beziehungsweise Wirtschaftsbereich aufgeteilt. Der erste größere Umbau fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt, während dessen der landwirtschaftlich genutzte Teil ebenfalls zu Wohnraum umgewandelt wurde. Ab den 1930er Jahren gelangten die Kunden durch die Eingangstüre im klassizistischen Stil in eine kleine Bäckerei.

Den wesentlichen Beitrag, der die heutige Nutzung des Gebäudes ermöglichte, stammt von Herrn Theodor F. Leifeld. Seinem Engagement und seinen finanziellen Möglichkeiten ist die Gründung der Theodor F. Leifeld-Stiftung aus dem Jahre 1993 zu verdanken. Sie wirkt seither als Trägerin des benachbarten Kunstmuseums Ahlen und ist Mehrheitsgesellschafterin der dazugehörigen GmbH. Kurze Zeit später, ab 1996, stand die denkmalgerechte Restaurierung des alten Ackerbürgerhauses unter Federführung Theodor F. Leitfelds an. Das Nutzungskonzept sah bereits dort die Einrichtung eines anspruchsvollen gastronomischen Betriebes vor. Die Vision war, eine Verschmelzung aus künstlerischen und kulinarischen Höhepunkten in dem Gebäude-Ensemble unterzubringen. 

Im Jahre 1997 stand das ehrgeizige Projekt endlich vor seiner Vollendung und das "Chagall" öffnete unter der Leitung der Familie Rahenbrock seine Pforten. Vom ersten Tage an hat es sich als wahrer Publikumsmagnet erwiesen. Neben der exzellenten Kochkunst von Uwe Rahenbrock und dem zuvorkommenden, gastfreundlichen Service hat dazu gewiss die unvergleichliche Atmosphäre des Hauses mit freigelegtem Fachwerk im Inneren sowie offenem Kamin beigetragen. Schon 2001 reichte der vorhandene Platz bei Weitem nicht mehr aus. Daher wurde das Nachbarhaus der Familie Kortemme aus dem Jahre 1919 angekauft und liebevoll restauriert. Auf diese Weise entstand für weitere 50 Gäste ein stilvolles Refugium zum Genuss auserlesener Speisen und Weine.

Apropos Wein: Der August 2006 stellt einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des "Chagall" dar. Dort wo früher der Shop des Kunstmuseums war, wurde zu diesem Zeitpunkt nämlich die Vinothek eröffnet. Damit kamen sich Kunst- und Weingenuss noch ein wenig näher. Neben Spitzentropfen aus vielen europäischen Weinbaugebieten können sich die Gäste hier aber auch das Angebot der Küche des "Chagall" munden lassen.

Ein weiterer Höhepunkt im Leben des "Chagall" fand 2010 statt. In diesem Jahr gab es für das traditionsreiche Café "Reinhard" keine andere Möglichkeit mehr, als seinen Betrieb einzustellen. Damit wäre nicht nur eine Institution mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1888 zurückreicht, verloren gegangen sondern auch die einzige Konditorei Ahlens. Um dies zu verhindern, wurde ein Teil des Reinhard-Angebotes in das "Chagall" integriert. Damit war neben dem Restaurant und der Vinothek auch das Café "Chagall" geboren und ein Überleben der Originalrezepte der Traditions-Konditorei gesichert.